Wenn dein Baby kurz vor der Geburt mit dem Po oder den Füßen statt mit dem Kopf nach unten liegt, nennt man das Beckenendlage. Früher in der Schwangerschaft ist das sehr häufig, und die meisten Babys drehen sich vor der Geburt von selbst. Wenn deines das nicht tut, hast du trotzdem Möglichkeiten.
Wie häufig ist eine Beckenendlage?
Die meisten Babys drehen sich bis Woche 36–37 mit dem Kopf nach unten; am Termin liegen nur 3–4 von 100 Babys in Beckenendlage. Oft gibt es keinen bestimmten Grund. Häufiger ist es aber in der ersten Schwangerschaft, bei tief liegender Plazenta, bei zu viel oder zu wenig Fruchtwasser, bei einer Mehrlingsschwangerschaft oder wenn die Gebärmutter eine ungewöhnliche Form hat. In den letzten Wochen prüft deine Ärztin oder dein Arzt die Kindslage mit einer Untersuchung und Ultraschall. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass bestimmte Liege- oder Sitzpositionen dem Baby beim Drehen helfen.
Das Baby von außen wenden
Wenn dein Baby mit 36 Wochen noch in Beckenendlage liegt, schlägt deine Ärztin oder dein Arzt vielleicht eine äußere Wendung vor. Dabei drückt die Ärztin oder der Arzt auf deinen Bauch, um das Baby mit dem Kopf nach unten zu drehen. Sie wird meist um Woche 36–37 in einer Klinik gemacht, in der bei Bedarf ein Notkaiserschnitt möglich ist. Vorher und nachher wird ein Ultraschall gemacht, und dein Puls, dein Blutdruck und der Herzschlag deines Babys werden kontrolliert. Eine Spritze, die die Gebärmutter entspannt, kann die Erfolgschancen verbessern. Der Eingriff kann unangenehm und manchmal schmerzhaft sein; er wird abgebrochen, wenn der Schmerz stark wird. Die meisten Frauen gehen noch am selben Tag nach Hause.
- Die äußere Wendung gelingt bei etwa 1 von 2 Frauen; die Chance ist höher, wenn du schon einmal vaginal entbunden hast.
- Weniger als 5 von 100 erfolgreich gewendeten Babys drehen sich wieder in die Beckenendlage zurück. Wenn der erste Versuch nicht klappt, kann er an einem anderen Tag wiederholt werden.
- Direkt nach dem Eingriff besteht eine Wahrscheinlichkeit von etwa 1 zu 200, dass wegen Blutungen aus der Plazenta oder Veränderungen im Herzschlag des Babys ein Notkaiserschnitt nötig wird.
- Wenn deine Blutgruppe Rhesus-negativ ist, brauchst du danach eine Anti-D-Spritze (Anti-D-Prophylaxe) und eine Blutuntersuchung.
- Eine äußere Wendung wird nicht gemacht, wenn du kürzlich Blutungen hattest, deine Fruchtblase geplatzt ist, die Herzüberwachung deines Babys ein Problem zeigt, du Zwillinge erwartest oder du aus einem anderen Grund ohnehin einen Kaiserschnitt brauchst.
Ruf nach dem Eingriff sofort in der Klinik an, wenn du Blutungen, Bauchschmerzen oder Wehen hast oder wenn sich die Bewegungen deines Babys verändern.
Wenn dein Baby in Beckenendlage bleibt
Wenn keine äußere Wendung versucht wird oder sie nicht klappt, werden zwei Möglichkeiten besprochen: ein geplanter Kaiserschnitt oder eine geplante vaginale Geburt aus Beckenendlage. Ein geplanter Kaiserschnitt ist für das Baby sicherer, erhöht aber einige Risiken in künftigen Schwangerschaften, zum Beispiel Probleme mit der Plazenta. Eine vaginale Geburt aus Beckenendlage birgt weniger Risiken für die Mutter, braucht aber ein erfahrenes Team und eine Klinik, in der ein Notkaiserschnitt möglich ist; etwa 4 von 10 Frauen, die eine solche Geburt planen, brauchen am Ende doch einen Kaiserschnitt. Eine vaginale Geburt wird meist nicht empfohlen, wenn das Baby mit den Füßen voran kommt, deutlich größer oder kleiner als der Durchschnitt ist, wenn die Plazenta tief liegt oder wenn du eine Präeklampsie hast. Welche Möglichkeiten infrage kommen, hängt auch davon ab, was deine Klinik anbieten kann. Direkt vor einem geplanten Kaiserschnitt wird per Ultraschall noch einmal geprüft, ob das Baby immer noch in Beckenendlage liegt.
“Eine Beckenendlage ist keine Krankheit, sondern eine Lage; wichtig ist, gemeinsam den sichersten Weg für dich und dein Baby zu wählen.”
Wenn die Wehen früh einsetzen
Wenn die Wehen vor deinem geplanten Kaiserschnitt einsetzen, fahr in die Klinik; das Team untersucht dich und entscheidet, wie es weitergeht. Wenn das Baby kurz vor der Geburt steht, kann eine vaginale Geburt aus Beckenendlage sicherer sein. Wenn deine Fruchtblase platzt, du Blutungen hast, dein Baby sich weniger bewegt oder vor Woche 37 regelmäßige Wehen einsetzen, fahr ohne zu warten in die Klinik.
Babys in Beckenendlage gelten als stärker gefährdet für eine Hüftdysplasie. Im türkischen Screeningprogramm bekommen Babys aus der Risikogruppe im Alter von 3–4 Wochen einen Hüftultraschall; versäume diesen Termin nicht. Dies gilt in der Türkei; wenn du woanders lebst, folge dem Rat deiner Ärztin oder deines Arztes und dem Gesundheitsprogramm deines Landes.
Quellen
- RCOG – Breech baby at the end of pregnancy
- NHS – If your baby is breech
- NICE NG192 – Caesarean birth: recommendations (breech presentation)
- Turkish Ministry of Health (HSGM) – Developmental Dysplasia of the Hip Early Diagnosis and Treatment Program (training document, in Turkish)
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